Abschied vom "Golden Boy" Kühl
Von Dorthe Arendt
Die Feuerwehren der Gemeinde Bosau haben ein neues Oberhaupt: Am Donnerstag löste Andreas Riemke aus Thürk den bisherigen Gemeindewehrführer Klaus Peter Kühl nach zwölfjähriger Amtszeit ab. Von 130 Stimmberechtigten wählten 115 Riemke zum neuen Gemeindewehrführer. Neuer stellvertretender Gemeindewehrführer wurde Michael Ziemann (108 Stimmen).
Auch Jugendwart Olaf Ploog trat nach zwölf Jahren nicht wieder zur Wahl an, sein Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Rainer Ziegler, der 49-Jährige Gemeindearbeiter wurde mit 129 Stimmen gewählt. Seine Stellvertreterin wurde Julia Kubrinski. Die 23-jährige Pflegeassistentin bekam 124 Stimmen von 130.
Voll besetzt war die große Festscheune in Liensfeld, die Mitgliederversammlung stellte nicht nur den Auftakt der viertägigen 100-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Liensfeld-Kiekbusch dar, sondern war vor allem einem gewidmet: Klaus Peter Kühl. "Wenn ich auf die vergangenen zwölf Jahre zurückblicke, blicke ich auf gute Gespräche, schöne Erlebnisse und Kameradschaft zurück." Kühl dankte auch den Gemeindevertretern für die gute Zusammenarbeit, die immer zu ihren Feuerwehren gehalten hätten. Besonderen Dank richtete der 58-Jährige an seine Frau Olli, die ihm auch in schwierigen Situationen beigestanden habe; und seinem "Feuerwehrvater" Karl-Heinz Mielke, der ihn 40 Jahre lang begleitet und "alles beigebracht" habe. Außerdem würdigte er das "schöne Miteinander" mit Nachbargemeinden und Kreiswehrführung. "Es war eine schöne Zeit - ich werde davon zehren", sagte Kühl, der in Liensfeld auch "Kartoffelkönig" ist, zum Abschluss. Danach folgte ein Feuerwerk der Grußworte; Bürgermeister Mario Schmidt lobte Kühls Verhandlungsgeschick, Zeugnisse dessen seien doch drei neue Feuerwehrautos und ein neues Gerätehaus in Majenfelde. "Er übergibt ein ausgezeichnetes Feuerwehrwesen an seinen Nachfolger. Peter war für alle da, 24 Stunden am Tag." Er verneige sich und ziehe seinen Hut "vor dieser lebenslangen Leistung", sagte Schmidt. Bürgervorsteher Alfred Jeske, der nach eigenen Worten Klaus Peter Kühl als Freund verabschiedete, lobte vor allem seine Zuverlässigkeit: "Auf ein Wort, das du gegeben hast, kann man sich immer verlassen." Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thorsten Plath würdigte das Engagement "bis zur Grenze der Gesundheit" des scheidenden Gemeindewehrführers, der als Ortswehrführer, stellvertretender und amtierender Gemeindewehrführer 30 Jahre als Ehrenamtler für die Gemeinde Bosau im Einsatz war: "Hut ab dafür", schloss Plath. Eutins Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt sprach von den Fußstapfen, die Kühl hinterlasse: "Dein Nachfolger muss sich keine Sorgen machen - die sind so groß, dass er sie gar nicht ausfüllen kann." Auch Ursula Koppe vom Seniorenbeirat sagte "danke": "Klaus Peter Kühl war uns Senioren nicht nur freundlich gesonnen, sondern hat außerdem dafür gesorgt, dass wir mit dem Feuerlöscher umgehen können: Nie gegen den Wind spritzen und immer in die Mitte!"
"Wir kriegen nur die bronzene Glocke", sagte Thomas Ehlers, Wehrführer von Liensfeld-Kiekbusch, mit Blick auf die 100-Jahr-Feier seiner Wehr, und fügte hinzu: "Aber Peter ist unser Golden Boy". Damit spielte Ehlers auf das "Goldene Brandschutzehrenzeichen" für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst an, das Klaus Peter Kühl eigentlich erst im Herbst verliehen werden sollte. Doch so lange musste er sich nicht gedulden: Als besondere Überraschung zauberte der stellvertretende Kreisbrandmeister Plath die Auszeichnung ganz am Ende der Versammlung hervor und besiegelte so die reichhaltigen Ehrbekundungen für Klaus Peter Kühl.
Quelle: Ostholsteiner Anzeiger