Roter Hahn 4 in Liensfeld Kiekbusch


Die Freiwillige Feuerwehr Liensfeld-Kiekbusch erringt mit der Wertungsnote “gut” den “Roten Hahn Stufe 4″

 

 

Liensfeld | Unzählige Stunden hatten sich die Feuerwehrleute aus Liensfeld und Kiekbusch auf die Leistungsbewertung “Roter Hahn Stufe 4″ vorbereitet. Am Wochenende freute sich die Bewertungskommission vom Kreisfeuerwehrverband über die guten Leistungen und vergab ab Ende das Urteil “gut”. Es ist die elfte Wehr im Kreis, die die Prüfung meisterte. Ortswehrführer Thomas Ehlers hatte seine Ortswehr vor einer großen Kulisse antreten lassen. Mit den Ehrengästen waren viele Kameraden benachbarter Wehren bis hin zur befreundeten Wehr Roydorf aus Niedersachsen aber auch viele Angehörige und Einwohner gekommen.

Nachdem die Nervosität der jungen Feuerwehrfrauen- und männer vom stellvertretenden Kreiswehrführer Thorsten Plath genommen wurde, stand der Prüfung nichts mehr im Wege. Es folgte eine Durchsicht sämtlicher Unterlagen, den Nachweisen über erforderliche Lehrgänge, den Prüfnachweisen der Gerätschaften und den Bestimmungen der Unfallverhütung. Beurteilt wurde der Zustand und die Pflege der Uniformen, der Einsatzschutzkleidung, des Fahrzeugs nebst Gerätschaften, der Zustand des Feuerwehrhauses sowie der Teich-und Außenanlagen. Allein in das 31 Jahre alte Fahrzeug waren nicht nur wieder unzählige Arbeitsstunden investiert worden, auch Bürgermeister Mario Schmidt hatte abermals für die erforderlichen Schweißarbeiten in die Tasche der Gemeinde greifen müssen. Alle Feuerwehrleute wurden von den Prüfern mit theoretischen Fragen konfrontiert. Jeder musste das Binden von Stichen und Knoten beherrschen. Der Sicherheitsbeauftragte referierte über seine Tätigkeit. Auch der Marsch in geschlossener Formation wurde bewertet.

Drei Einsatzlagen mussten unter der Moderation von Altwehr- und Altgemeindewehrführer sowie Kartoffelkönig Klaus-Peter Kühl bewältigt werden. Von einem Strohboden musste eine verletzte Person gerettet werden. Bei einer technischen Hilfe musste ein eingeklemmter Landwirt nach einem Arbeitsunfall unter einem Grubber befreit werden. Und auf dem Hof Kallmeyer musste ein Entstehungsbrand gelöscht werden. Beim Eintreffen der Wehr quoll bereits dichter Rauch aus einem Stallgebäude. Der 13-jährige Jugendwehrangehörige Jonathan Martin spielte die verzweifelte Suche nach seiner möglicherweise noch im Gebäude befindlichen 15-jährigen Schwester Johanna. Gruppenführer Rolf Westphal schickte nach der Lageerkundung- und Beurteilung seinen Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz zur Personenrettung ins Gebäude. Andere Trupps der Löschgruppe stellten die Wasserversorgung her. Weitere Trupps wurden für die Personenrettung eingesetzt. Ein zweites Feuer in einem benachbarten Gebäude erforderte neue Wasserversorgungen, die theoretische Nachalarmierung weiterer Wehren und des Rettungsdienstes.

Dann wurde die Übung beendet und Oberbewerter Reinhard Wendt freute sich über die Wertnote “Gut”. Er ließ durchklingen, dass das Ergebnis einem “Sehr Gut” noch weitaus näher war als dem “Befriedigend”. Es war zu hören, dass die Wehr ihre gesamten “Hausaufgaben” hervorragend erledigt hatte, dass theoretisches und praktisches Standardwissen sehr gut beherrscht werden und der jungen Wehr und Wehrführung für derart anspruchsvolle “Ad-hoc-Lagen” möglicherweise aber noch etwas die Einsatzerfahrung fehlt.

 

Bericht: Thomas “Pommes” Mielke 30. Oktober 2012